Geschichte des Vereins

1974
Studenten der Diplompädagogik und Eltern bieten in Kellerräumen des Bürgerhauses Nied und in den Räumen einer Wohnung im Stadtteil Nied Hausaufgabenhilfe an und machen Freizeitangebote für Kinder aus sozial und ökonomisch benachteiligten Familien. Die betreffenden Familien waren im Rahmen der Auflösung von Obdachlosenunterkünften nach Nied umgesiedelt worden.

Zusammen mit den Eltern gründen die Studenten den Verein Projektgruppe Kind in Nied e.V.. Der Zweck des Vereins ist unter anderem die Betreuung und Förderung von Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien und aus Familien mit Migrationshintergrund, die Verbesserung der sozialen Infrastruktur sowie die Kinder- und Jugendarbeit im direkten Zusammenhang mit der Elternarbeit, die sich nicht nur auf die Problematik der Kinder und Jugendlichen bezieht, sondern das gesamte gesellschaftliche Umfeld der Familien mit einbezieht und die selbstlose Unterstützung von Personen, die infolge ihres körperlichen, geistigen oder seelischen Zustandes auf die Hilfe anderer angewiesen sind.


1978
Eintragung des Vereins Kind in Nied e.V. in das Vereinsregister und Anerkennung als gemeinnütziger Verein durch das Finanzamt.
Weiterhin Angebote im Bürgerhaus.

1984
Der Verein erhält vom Jugendwohlfahrtsausschuss die Anerkennung als Träger der Freien Jugendhilfe und dadurch feste Zuschüsse von der Stadt Frankfurt, vom Landesjugendamt und vom Landeswohlfahrtsverband. Er weitet seine Angebote auf einem Gartengrundstück mit Bauwagen aus.

1990
Der Verein Kind in Nied e.V. erhält die Trägerschaft für die neue Einrichtung Kinderhaus Nied, An der Wörthspitze 1. Die Wohnung in Nied und die Räume im Bürgerhaus Nied werden aufgegeben. Nach nunmehr 16 Jahren engagierter Arbeit unter schwierigsten Bedingungen kann das Team der Projektgruppe in einer gut ausgestatteten Einrichtung seine Arbeit weiterführen.

1993
Der Verein kauft ein 1300 qm großes Gartengrundstück am Main und weitet die Angebote in diesem Bereich aus. Hier lernen Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren gärtnerische Planung und Gestaltung, werden an umweltrelevante Themen sowie die Entwicklung eines umweltverträglichen Verhaltens herangeführt. Hierbei wird der Gesichtspunkt der umweltschonenden Nahrungsproduktion ebenso wie die Gestaltung als ökologisches Refugium einbezogen. Neben der Verwendung von Solarenergie, wird durch die Nutzung von Windkraft eine Bewässerungsanlage betrieben.

Der Verein gründet einen Hort, der seine Arbeit in eigenen Räumen des Kinderhauses aufnimmt und dort nach einem teiloffenen Konzept mit festen Bezugsgruppen arbeitet. Dies ermöglicht den Kindern aus der Sicherheit ihrer Bezugsgruppe heraus auch im offenen Bereich des Kinderhauses Angebote individuell auszuwählen und wahrzunehmen.

1995
Auf dem Kerbeplatz wird ein mit Jugendlichen restaurierter Doppeldeckerbus als vorübergehender provisorischer Jugendtreff aufgestellt. Parallel dazu wird die Jugendberatung Nied in der Kehreinstraße eröffnet, die im Jahr 2004 in die Schmidtbornstraße umzieht.

In der Jugendberatung finden Jugendliche und junge Erwachsene Hilfe und Begleitung in allen für sie relevanten Lebensbereichen wie z.B. Schule, Familie, Arbeit, Arbeitslosigkeit, Wohnungslosigkeit, Behördenangelegenheiten, Drogenproblematik, Kriminalität etc.. Es kann dabei um einfache Hilfestellungen beim Ausfüllen von Formularen oder beim Schreiben von Bewerbungen gehen oder auch um weiterführende Unterstützungsangebote, die entweder von den PädagogInnen selbst übernommen werden oder durch eine Weitervermittlung an andere kompetente Stellen in die Wege geleitet werden.

Mit Unterstützung durch den Stadtteilarbeitskreis und die Bürgervereinigung Nied wird das Gelände Mainzer Landstraße/Ecke Birminghamstraße von der Stadt gepachtet und gemeinsam mit Jugendlichen als Jugendgelände gestaltet. Hier soll perspektivisch ein Jugendhaus entstehen.

1997/98
Der "Bau" des Jugendhauses aus ausrangierten gespendeten Containern wird realisiert und die Arbeit mit den Jugendlichen im Jugendhaus beginnt. Eine architektonische Besonderheit ist die Einbeziehung eines Futuro-Hauses des sog. Ufo, das dem Jugendhaus seinen Namen gibt.

2004
Das Kinderhaus nimmt eine Erweiterung seiner Arbeit durch ein mobiles Spielangebot vor. Es wird ein gebrauchter Lkw mit Kofferaufbau aus Spendengeldern angeschafft, der schon zuvor von der Stadt Hattersheim als so genanntes "Spielmobil" genutzt wurde. Zur Förderung der motorischen und sensorischen Fähigkeiten und der sozialen Kompetenz der Kinder ist das Spielmobil mit Bewegungs- und Geschicklichkeitsspielen sowie Großspielen, Gesellschaftsspielen und Bastelmaterialien etc. ausgestattet. Das Angebot des Spielmobils soll in regelmäßigen Abständen von Schulen, Kindertagesstätten und Vereinen des Stadtteils in Form von Spielaktionstagen genutzt werden.

2005/06
Im Investitionsprogramm der Stadt Frankfurt werden Gelder für den Neubau des Jugendhauses zur Verfügung gestellt. In gemeinsamen Workshops  planen das beauftragte Architektenbüro, die zukünftigen Nutzer und die Projektgruppe den Bau des neuen Jugendhauses.

2007/08
10 Jahre nach dem Richtfest des Container-Jugendhauses wird im Jahr 2007 das Richtfest des neuen Jugendhauses gefeiert und ein Jahr später die Eröffnung. Die Jugendberatung zieht mit in das neue Gebäude ein.

Aktueller Stand und Zukunftsplanung
Die Jugendberatung wird längst auch von Familien im Hinblick auf alle Lebensbereiche in Anspruch genommen, so dass eine Ausweitung zur Jugend- und Familienberatung, die faktisch schon stattgefunden hat, durch zusätzliches Personal gesichert werden müsste.